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Der Geist des Plimb
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Vorwort des HerausgebersDie hier abgedruckte Geschichte wurde uns als wahr verkauft. Nach unseren Recherchen jedoch stimmt sie hinten und vorne nicht, sogar die Namen der Personen sind ausnahmslos gefälscht. Daß wir die Geschichte trotzdem abdrucken und für teuer Geld verkaufen, kann nur an unserem Idealismus liegen, der immer schon in uns lag. Wir kennen ja die Pappenheimer. |
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Kapitel 1
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Kapitel 2
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Unesco, noch klein, lehnend auf Hauspostschließfachanlagen. |
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Unesco, einer der Helden unserer Geschichte, wacht eines Morgens im Alter von sieben Jahren auf und merkt, daß er Akkordeon spielen will. Er fragt seine Eltern und die sagen: »Gut. Wir haben dich Unesco genannt, wir werden dir ein Akkordeon kaufen und dir den Unterricht bezahlen.« Das Akkordeon kostet 330 Mark, der Unterricht ist billiger. Wieviel genau, weiß ich auch nicht, weil es eine krumme Summe ist. Sowas merkt sich nicht.
Nun ist die Welt für unseren kleinen Unesco erst einmal in Ordnung. Er hat sein Schifferklavier, wie die Leute sein Akkordeon nennen, und kann bald recht gut ohne Begleitung spielen. Es macht ihm Spaß und er merkt, daß da mehr ist in der Musik. Ein Geist. Der Geist des Plimb. Ihn will er suchen.
Doch kleine Wölkchen tauchen am Himmelchen auf. Er ist noch klein, deshalb alles mit ...chen. Sein Akkordeon-Lehrer ist das erste Wölkchen: Ein Mann, sehr alt, steinalt, verlangt von Unesco, beim Spielen nicht auf die Tasten zu schielen. Das wäre eine verkehrte Haltung. Gerade säße man, mit durchgedrücktem Rücken. Blick frei nach vorn. Ins Publikum.
Unesco gibt sich die größte Mühe, muß jedoch feststellen, daß der Lehrer selbst kein gutes Vorbild ist. Müde lehnt dessen Kopf auf dem Instrument, verdeckt das Doppelkinn die erste Taste. Wie eine Schildkröte sieht er aus, die senkrecht in der Luft gehalten wird.
Eine anderes Wölkchen ist der weite Weg von zu Hause bis zur Unterrichtsstätte, der einmal die Woche zurückgelegt sein will. Und zwar mit dem Akkordeon. Das Akkordeon wiegt ungefähr hundert Kilo und der Griff des Koffers befindet sich sich in Unescos Bauchnabelhöhe. Und das im Sommer.
Unesco erkennt, daß der Wunsch, Musik zu machen, gekoppelt an solch eine Schlepperei, nicht von Dauer sein wird. Auch gefallen ihm die Lieder nicht, die er aus dem Akkordeonheft heraus vom Blatt nach Noten spielen muß. Es sind so Stücke, wo, wenn man die vorspielt, die Leute einen mit Obst bewerfen, wenn kein Stuhl zur Hand ist.
Unesco beschließt, den Akkordeon-Unterricht sausen zu lassen. Seine Eltern verkaufen das Instrument für 250 Mark. Das Geld für den Unterricht ist natürlich weg.
Vom Musikmachen läßt Unesco erstmal die Finger. Nicht aber vom Musikhören. Keine Folge von ZDF-Hitparade wird verpaßt und sein größerer Bruder stellt ein Mikrofon vor den Fernseher und nimmt alles auf Kassette auf. Jetzt ist klar: Unesco will einen Kassettenrekorder, damit er von seinem Bruder überspielen kann. Beim Überspielen von Kassette zu Kassette wird die Qualität schlechter. Aber die Qualität ist eh schon schlecht, weil das Mikrofon kein gutes ist. Zum Beispiel SM 58.
Keinen eigenen, aber wenigstens einen geborgten Kassettenrekorder erhält Unesco und hört sofort die eigens für diesen Zweck der Musikbibliothek entlehnten Elvis-Presley-Kassette rauf und runter. Bald kann er schon mitsingen. Natürlich nur lautmalerisch. Elvis ist Amerikane und singt daher auf englisch. Einzelne Titel von der Kassette weiß Unesco heut noch: »I’m All Shook Up«, »Don’t« und »It’s Now Or Never«.
»I’m All Shook Up« heißt »Im All vibriert’s« wie Unesco mit Hilfe eines Wörterbuches rauskriegt. Er will jetzt Englisch lernen. In der Schule. Englisch ist fakultativ und kommt erst in der siebenten.
Vorher bekommt er einen neuen Mitschüler: Debut, der leicht sächselt, weil er von da hierher gezogen ist.
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Debut, noch klein, lehnend auf Mietshaus. |
Unesco und Debut schließen sofort Freundschaft. Sie haben am gleichen Tag Geburtstag. Das ist Grund genug. Jenes ist nämlich höchst selten und kommt nur alle 365 Leute vor.
Debut hat die gleichen Hobbys und will auch nichts lieber als einen Kassettenrekorder. Zusammen gründen sie eine Schülerzeitschrift und erfinden eine Comic-Geschichte. Mann, waren das Zeiten. Oh ja, Madame, da war was los. Ohne Umschweife! Viel passiert. Egal.
Unesco wird dreizehn und stolzer Besitzer eines eigenen Kassettenrekorders. Am UKW-Radio seiner Eltern nimmt er nun auf, was das Zeug hält. Seine erste Aufnahme ist »This Is Not A Love Song« von P.I.L.
Als Debut auch einen Kassettenrekorder kriegt, können die zwei überspielen. Mit einem Überspielkabel. Natürlich wissen beide, daß man zum Aufnehmen vom Radio ein Diodenkabel nimmt.
Der Clou an den Rekordern ist die Pausentaste. Mithilfe dieser kann man die Aufnahme starten, stoppen, starten, stoppen und auf diese Weise verschiedene Musikstücke aneinandersetzen. Ohne, daß man die Übergänge hört. Das läßt Platz zum Experimentieren. Ganze Musikstücke werden volkommen anders zusammengesetzt, sozusagen der eigene Dub-Mix.
Und es entstehen die sogenannten Spots. Das sind Jingles, die wie Trailer aussehen, sich aber wie aneinandergereihte Lieblingsschnipsel aus Musik und Wort anhören. Genau!
Einen Tag fragt der Klassenlehrer, ob Debut und Unesco nicht die Schuldisko moderieren können. Sprich für die Musik sorgen. Die beiden rufen sofort: »Ditt jeht!«, was später abgekürzt und angliziert zu Dee Jay avanciert. Aber von Plattenauflegen ist keine Rede, zwei Kassettenrekorder werden an einen Endverstärker angeschlossen. Während der eine Rekorder den Saal mit tanzbarer Musik versorgt, hängt an dem anderen ein bekopfhörerter DJ und sucht das nächste Lied raus. So, nun noch schnell auf Anfang gespult, die Pausentaste gedrückt – fertig! So vergeht die Zeit und die Tage sind ausgefüllt.
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Debut und Unseco (Foto nachgestellt) |
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Der Tag, an dem Debut und Unesco ihre erste Band (Gruppe; Combo; Kapelle) gründen, heißt Gründungstag. Die Sonne scheint, die Band heißt OKAY. Ein plakatives »Ja« zum Leben. Debut will singen und schreibt Texte, Unesco will inzwischen Schlagzeuger werden. Sogar Schlagzeugstöcker kauft er sich. Da er kein Schlagzeug besitzt, behilft er sich mit einer Erfindung: Bett und Tüte. Mit dem rechten Stick auf das fest am Bett montierte Matratzenpolster gehauen ergibt den Originalklang einer Baßtrommel. Auch Base Drum genammt. Als Snare dient ein vorher gepolsterter und nachher mit einer Plastiktüte bedeckter Hocker. Da haut man mit dem linken Stick drauf. Bum, Plitsch. Immer im Wechsel. Genial. Tag gerettet.
Die erste legendäre Aufnahme wird gemacht: Hörbeispiel Nr. 5.
Der Leser wird nach dem Vernehmen des Hörbeispiels mit uns einer Meinung sein: Es kann nur besser werden (Ha – wird es aber nicht – Anm. d. Hrsg.).
Kurz darauf schreibt Debut sein erstes eigenes Lied: »Mein Trabbi«. Es ist ein sehr wehmütiges Lied, da die letzte existierende Aufnahme davon aus Versehen gelöscht wird. So ein Pech! Vor allem für die GEMA, die durch diesen Verlust den allerherbesten Umsatzeinbruch seit 1927 verbuchen muß. Glück im Pech, daß im Vorstand der GEMA eine ungerade Anzahl Leute sitzen. So konnte die größere Hälfte ganz demokratisch die kleinere Hälfte durch einfache Mehrheit entlassen.
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Frühes Logo der Band. 10,2 x 6,5 cm, Kugelschreiber. Im Besitz der Ständigen Ausstellung des Staatlichen Getränkekontors (Außenstelle Dresden). |
Was passiert dann? Unesco vergißt seine alten Ressentiments gegenüber der Musikschule. Er bittet seine Eltern, einen Vertrag mit der Musikschule abzuschließen, worin steht, daß die ihm Schlagzeug beibringen sollen. Das geschieht auch, nur tauchen bald ähnliche Probleme auf wie damals beim Akkordeonunterricht. Die Kluft zwischen einem zügig im Bein des Zuhörers destinierenden »Groove« und einem im Musikschulheft für Schlagzeug sich breitmachenden, der Marschmusik verhafteten »Umtata« ist drei Parsec breit. Oder noch breiter. Und tief. Sehr tief. Eine Astronomische Einheit tief. Und ganz unten am Grunde der Kluft liegt der Spaß am Lernen des Instruments begraben.
Doch Unesco gibt der Musikschule eine dritte Chance: Wenn die Schulzeit vorbei sein wird, wird er das Instrument gewechselt haben. Ein Baß wird es sein, auf dem er noch viel später eine Prüfung abgelegt haben wird. An dieser Stelle gratulieren wir unserem Helden zu seinem Durchhaltevermögen und dem unnützen Gebrauch des Futur 2. Bravo!
Als Abschied vom Schlagzeug nimmt er im Proberaum der Musikschule noch eine Single mit Debut am Klavier auf, die möglichst nicht ausgekoppelt wird.
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Nach dem Anruf der ersten großen Plattenfirma wird vor Freude erstmal die Telefonstrippe langgezogen. |
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Die Schulzeit ist vorbei, Unesco hat Ferien. Diese verbringt er nicht wie Bryan Adams in einem Kinderferienlager, nein, er macht etwas anderes: Zusammen mit Kumpel Diesel wird die Band ALCOHELL ins Leben gerufen. Böser Name. Böse Band. Nicht gerade clevere Musik.
Aber, liebe Leser, urteilt selbst.
Sowohl Diesel als auch Unesco erkennen, daß mit dieser »Musik« irgendetwas nicht stimmt. Und sie lösen das Problem wie es jede andere Band auch getan hätte. Erst werden neue Musiker verpflichtet, dann ausgewechselt und schließlich mit dem Satz »Wenn man nicht alles alleine macht« wieder rausgeworfen. Hin und Her. Ergebnis: Null.
Damit in dieser Chronik keiner zu kurz kommt, hier eine Liste der Gastmusiker bei ALCOHELL: Desiré, Rerö, Jacru, Maatchyl, Leeloh, Disch, Bjom, Sneid, Torro und Tosch.
Band ist eigentlich auch zuviel gesagt, da Unesco und Diesel nichts weiter tun, als über die Musik reden, Schriftzüge entwerfen und T-Shirts in Auftrag geben.
Nur gut, daß ALCOHELL bald an akutem Probe-, Song- und Auftrittsmangel zerbricht. So hat Unesco, inzwischen sechzehnjährig, genügend Zeit, sich um seine neue Passion zu kümmern: Die Akkustikgitarre mit Akkustikgesang. Und diesmal ohne Musikschule. Denn dort hat wohl der Geist des Plimb Hausverbot. Er bringt sich die Griffe selbst bei. Sein erster: E-Dur. Dann fragt er rum. Hat irgendjemand ein Liederbuch? Nein! Oder vielleicht selbstabgeschriebene Texte, worüber die Harmonien in einer anderen Farbe notiert sind? Ja! »Lady in Black« und »Conny Kramer«! Mmh. Für den Anfang ja nicht schlecht, aber Unesco heißt nicht Anfang. (Unser Verbraucher-Wohlfühl-Tip: Haben Sie auch einen Zettel zu Hause, auf dem der Text von »Lady in Black« steht? Und die beiden Griffe a-moll und G-Dur wechseln sich sowas von ab? Versuchen Sie doch einmal folgendes: Zettel gerne trocknen und dann rauchen. Jedoch nie spielen!)
Unesco will lieber Herbert Grönemeyer, Heinz-Rudolf Kunze oder Marius Müller-Westernhagen spielen. Je länger der Name, um so besser. Also fängt er an, sich die Harmonien selbst rauszuhören. Das ist vielleicht knifflig. Wenn die alle durcheinanderspielen, kriegt man nichts raus. Wochen intensiver Arbeit beginnen. Dann Erfolgserlebnis: Er hat ein ganzes Lied selbst rausgehört. Es heißt »Gute Nacht, Hermann« von dem langnamigen Mann da oben. Dieses Lied wird sein ständiger Begleiter. Wo immer er spielt, erklingt dieses Lied.
Unzählige Lieder folgen, Gesungenes wird entziffert, später mit Schreibmaschine in anderthalbfachem Zeilenabstand abgetippt. Harmonien werden rausgehört, Haare gerauft. Welche Harmonie um alles der Welt besteht aus den Tönen f, as, h und d???
Nach und nach wird der Code eines jeden Liedes geknackt und die Griffe über den Text geschrieben – rein ins Liederbuch – fertig.
Nebenher gibt es das Projekt A RØRE IN DE SNØDL BRØDL, gegründet von Torro, Tosch und Unesco. (Wie? Moment mal! Wird jetzt gar nicht erklärt, wie die Harmonie aus f, as, h und d heißt? Hätte uns jetzt auch interessiert. Mh. Naja, ansonsten ziemlich langweilige Chronik, oder? – Anm. d. Hrsg.) Diesmal gibt es sogar richtige Proben, einige deutlich länger als zwölf Minuten. Diskussionen entbrennen. Während der Proben. Es geht darum, wann welcher Ton zu plimben ist. »Du hast da eben falsch geplimbt!« – »Was soll das heißen? Der war richtig geplimbt!« – »War er nicht!« – »War er doch!« – »War er nicht!« – »Doch!«.
Ein Potpourri entsteht. Es enthält alle Lieder dieser Welt. Es ist sehr lang. Wir beschränken uns hier auf ein Lied, nämlich: »Burn« (auf deutsch »Das Lied der Tafelschere«). Es ist nicht nur die Defintion jenes wundervollen Blechbearbeitungswerkzeuges, es ist vielmehr auch eine Ode an dasselbe. Mit einer Wirkung gleich der Handhebelschere ist die Tafelschere für längere Schnitte gedacht. Das Blech läuft beim Schneiden unterhalb der Hand. Doch hört selbst!
(Unser Tip für den aufgeweckten Komponisten: Es ist Winter? Draußen schneit es? Drinnen ist es langweilig? Vertreiben Sie sich doch die Zeit und vertonen die Binomischen Formeln für Cello, Horn und Kontrabaß.)
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Debut begeistert sein Publikum immer wieder mit Raucheinlagen. |
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Das nächste Projekt steht an: DIE GÄRTNER.
Es wird von Unesco und Debut (beide achtzehnjährig, sozusagen »Mit 18«) für ein einziges Lied gegründet: »Die Gärtner«.
Die Vorversion, quasi als Demo gedacht, spielen die zwei alleine in zwei Durchgängen ein. Zuerst Rhythmusgitarre (Debut) und Schlagzeug (Unesco), danach Gesang (Debut) und Sologitarre (Unesco). Zu beachten ist der mittlerweile legendäre Schlagzeugersatz »Bett und Tüte™«.
Stehenden Fußes folgt die Hauptversion, eingespielt mit den Kollegen aus der vorherigen Band A RØRE IN DE SNØDL BRØDL™, nämlich namentlich Torro™ und Tosch™.
In einem Wäschetrockenraum™, der als Studio herhalten muß, entsteht die Aufnahme. Der Schall überträgt sich ganz gut durch die Wände des fünfstöckigen Mietshauses. Die Bewohner kommen aufgeregt aus ihren Wohnungen gelaufen und wollen den Krach beenden. Nur dem sprachgewandten wie auch körperlichen Einsatz von Torros Vater, der vor der Wäschetrockenraumtür Posten bezieht, ist es zu verdanken, daß die Menge sich beruhigt. Für genau drei Minuten dreiunddreißig. Gerade ausreichend.
Am Schlagzeug sitzt Tosch, Torro am Baß, an den Gitarren bedienen sich Debut und Unesco. Von letzterem wird später der Gesang aufgesetzt.
Weitere Aktivitäten sind zweiverstimmter Gesang und purer Blödsinn, wie Hörbeispiele Nr. 12 und 13 belegen.
1992. Neil schwitzt. Ein Reporter ist bei ihm und stellt die üblichen Fragen: »... was war das für ein Gefühl ... bla bla ... als erster Mann auf dem Mond ... bla bla ... ganz alllein ... bla bla ... sie hopsen so lustig im Video ...«
Neil wird das Gefühl nicht los, daß dieser Reporter etwas weiß. Sollte jetzt doch noch alles rauskommen? Die streichen mir die Rente. Was soll dann aus mir werden? Der Typ kuckt so komisch! Ich muß hier raus!
Der Reporter macht weiter: »... großer Schritt für die Menschheit ... bla bla ... kehrt sich die Bedeutung von den würd ich aber auf den Mond schießen völlig um, haha ... bla bla ... haha ...«
Ganz klar, der hat was gemerkt! Er weiß es! Gleich fragt er mich! Ich spüre es! Ich halt das nicht aus, ich muß hier raus! Raus aus diesem Raumanzug! Ich finde es sowieso albern, zu jeden Interview diese alberne Maskerade zu tragen. Aber die Leute erkennen sie doch sonst nicht, Herr Armstrong – Pah! Ich zieh das jetzt aus. Ist mir auch egal. Soll der sich doch hierhinstellen. Ich steig aus.
»Hören Sie«, sagt Neil, »mir ist sehr warm. Macht es Ihnen was aus, wenn ich kurz den Helm abnehme?«
Der Reporter wittert seine große Chance. »Was? Nein, natürlich nicht. Ganz im Gegenteil!« Schnell nimmt er seine Kamera in den Anschlag. Sollte wirklich er ... als erster ... ein Foto ...?
Neil nimmt den Helm ab und legt ihn neben sich auf das Sofa. Der Reporter läßt den Fotoapparat fallen. Atemlos ruft er »Sie? Aber ... Sie sind das???« Dann wird er ohnmächtig.
Neil eilt ihm zu Hilfe. »Oooch, nicht schon wieder! Bitte!« Unbeholfen versucht er, den Reporter aufzurichten. Er schüttelt den Kopf. »Immer dasselbe ...«
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Das einzige Wüstenfoto der Band entsteht in der Sahara. Selten! |
1992 wird eine weitere Band erschaffen (Gähn – Anm. d. Hrsg.). Sie wird MR. UNDERHILL’S CREDIT CARD genannt. In der Besetzung ein neues Gesicht: Madonio. Er kriegt den Baß. Torro macht auch mit, nachdem er sich die Zwischenzeit mit Bands wie BOTTLED oder MR. DRINKTOOMUCH AND THE WILD MEADOWS vertrieben hat. Er spielt Gitarre. Als Takt- und Ratgeber dient zunächst ein Casio Radiowecker mit 99 Drumloops. Später wird dieser gegen einen Toshiba Taschenrechner ausgetauscht, der frei programmierbar ist. »Da hat man mehr Möglichkeiten«, schwärmt Unesco noch heute, »weil die Tasten ja mehrfach belegt sind. So klingt jeder Song anders«. Unesco selbst spielt auch Gitarre. Singen soll dann immer der, der Lust hat. Wie sich rausstellt, hat Madonio fast gar keine Lust dazu. So bleibt der Job an den anderen hängen.
Bald entfacht sich eine unbändige Sehnsucht nach einem Proberaum. Das ist das Wichtigste. Achso, ein Schlagzeuger auch. Klar. Hab ich vergessen. Logisch. Das war wichtiger. Stimmt. Also nochmal.
Bald entfacht sich eine unbändige Sehnsucht nach einem Schlagzeuger, da der Taschenrechner keine eigenen Ideen einbringt.
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Frühes Bandlogo in Form einer Kreditkarte in die Saiten einer Gitarre geklemmt. Ansinnen nicht nachzuvollziehen. |
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Madonio sieht die Sonne aufgehen. Das war ein langes Konzert. |
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Im Sommer 1993 ist er gefunden: Tosch. Eben noch bei den BETT DEVILS, nun bei MR. UNDERHILL’S CREDIT CARD. So schnell geht das.
Und das allerbeste äh zweitbeste: Tosch hat einen eigenen Proberaum. Alle freuen sich.
Nun aber gearbeitet. Ohne Fleiß kein Preis. Anstrengen muß man sich schon, wenn man was erreichen will. Es stehen erstmal ein paar ausgefüllte Tage mit langen Proben an. Torro und Madonio fahren sofort gemütliche zwei Wochen in den Urlaub an die See.
»Aha«, sagen Tosch und Unesco. Doch die Arbeit entpuppt sich als gar keine. Nein, Spaß macht es. Die beiden legen den Grundstein, das Fundament der Band. Und der Rekorder läuft mit.
Als Torro und Madonio aus dem Urlaub zurückkommen, staunen sie nicht schlecht: Sie haben ihr ganzes Gepäck an der Küste vergessen! Na egal. Soll sich doch der Vermieter darum kümmern.
Nun folgen viele neue Songs, viele neue Proben und im Dezember – drei Auftritte. Eine Tour sozusagen. Und die Fangemeinde wächst. Neben den Eltern, die sowieso immer alles gut finden, auch Unverwandte. Zum Beispiel Gizarr, der Rechtsanwalt. Er befreit die Band aus mancher juristischen Zwickmühle, indem er die Mühlen des Gesetzes durch nichtsahnende Lücken desselben bloßstellt und damit ad absurdum führt. Was für ein Jongleur, was für ein Künstler. Er arbeitet heute als Tischler.
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Frühe Bandinfo. So bewirbt man sich bei Veranstaltern um Auftritte. Die schütteln den Kopf: »Ich kann es nicht fassen! Diese, mir gut bekannten Künstler, wollen tatsächlich in meinem unbedeutenden Club spielen? Oh ja, natürlich...« |
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Torro, nachdenklich. |
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Der Spannungsbogen schreibt an dieser Stelle die Erwähnung des Vorausscheides des Landes in Sachen Rock vor. Von allen teilnehmenden Bands sollen die erst- und die zweitplazierte eine Fahrkarte zum Endausscheid des Landes in Sachen Rock erhalten. Nun weiß ich auch nicht, wie die Schriftsteller es hinbekommen, so einen Spannungsmoment aufzubauen, aufrecht zu erhalten, und sogar noch zu steigern, um dann irgendwann die Katze aus dem Sack zu lassen. MR. UNDERHILL’S CREDIT CARD belegen den zweiten Platz. Damit dürfen sie am Endausscheid teilnehmen. Dort werden sie Vorletzter.
Sowas prägt. Auch die Musik. Der Stil ändert sich. Man reißt durch. Hörbeispiele belegen es.
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Ja, liebe Freunde, so sieht es aus im Proberaum. Nichts dran zu deuteln. Salat von Kabeln. Wohin man tritt. |
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Unesco, nachdenklich. |
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Aber, trotz vorletztem Platz gewinnt die Band einen Preis. Eine Kiste mit Drum Sticks für Tosch und eine CD-Aufnahme für die Katz’. Ein Sampler soll von den Endausscheidsteilnehmern erstellt werden. Zu diesem Zweck fahren MR. UNDERHILL’S CREDIT CARD ins Tonstudio, wo Rübezahl an den Reglern sitzt. Er will die Band unbedingt unter Vertrag nehmen und Country-Dödels draus machen. Der Vertragsentwurf von Rübezahl ist unhaltbar. Deshalb fertigen Gizarr und Unesco einen Gegenentwurf an, den man sich ruhig mal ansehen kann (Leseprobe Nr. 1). Aber Rübezahl schlägt nicht ein. Sein doofer Sampler erscheint nie. Tja, Strafe muß sein.
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Beim Billardspielen. Marylyn Mynrye (2.v.l.) ist in Wirklichkeit nicht dabei. Schlechte Montage. |
Von CD-Aufnahmen scheuen die gebrannten Kinder erstmal das Feuer. Aber eine andere Passion pflegen die Musiker: Geburtstags-Tapes.
Das sind Aufnahmen, also Lieder, die statt geistloser Gutscheine zum Geburtstag an Freunde und Verwandte verschenkt werden. Die Aufnahme eines Geburtstags-Tapes macht immer Spaß. Es geht ja um nix. Deshalb der Charme.
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Die Rückseite der inständig erwähnten gelben CD. |
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Im Jahre 1996 geht die Sonne auf. Sie wird verkörpert durch eine gelbe CD. Eine Maxi. Eine Twelve-Inch! Die Produktion wird diesmal aber keinem Eierplins überlassen, sondern erfolgt durch Selbstproduktion. Haufen Kohle kostet sowas. Und dann liegt das Zeug rum! Stapelt sich bis unter die Decke!
Diese CD beendet das Kapitel MR. UNDERHILL’S CREDIT CARD. Eine neue Band muß her. Und überhaupt. Die Besetzung kann so nicht bleiben. Frisches Blut muß rein. Ganz andere Musik. Alles muß möglich sein. Je nach Lied. Von Polka bis Chegunga. Und wenn man extra für ein Lied einen Musikstil erfinden muß!
Die Karten werden neu gemischt und jeder der vier Bandmitglieder muß eine ziehen. Auf einer Karte steht das Wort »Schlagzeug«, auf einer anderen »Gitarre«, auf einer dritten steht »Baß«. Nur auf einer, die Madonio zieht, steht nichts. Das kann alles heißen. Aber, was man sich auch so alles in zwei langen Stunden ausdenken mag, am Ende heißt es doch den Hut nehmen für Madonio. Es ist der schwerste Tag, glaubt es den Dreien, die wie Plebs im Proberaum zurückbleiben.
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Die inständig erwähnte CD. Zweifellos gelb. |
An dieser Stelle müssen wir uns mal einmischen. Um als Inhaber der Rechte am Komplettwerk dieser gelben, namenlosen CD auch mal eine Mark (es wäre die erste) zu verdienen, rufen wir den
aus!
Nachspielen sollt ihr den Bonustrack der CD, genannt »Never« (hier rechts als Hörbeispiel abgebildet).
Der Text steht auch da, die Griffe kriegt ihr selbst raus.
Als Gewinn lockt ein Exemplar der wundervoll gelb angemalten CD in Stereo-HiFi-Qualität.
Na, Musiker und Musikerinnen – auf, auf – der Ruhm ruft!
Danke. Der Herausgeber
(
Mehr Informationen zum Spiel-das-Lied-nach-Wettbewerb).
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Tosch beim Erforschen des Kerns. |
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Eine Weile vergeht. Unesco, Torro und Tosch proben viel, zerlegen Song auf Song. Erforschen den Kern. Was möchte das Lied? Was ist das Lied all about? Und ... (Spannung, Spannung, Spannung, Spannung) ... sie entdecken das Geheimnis. Den Geist des Plimb. Das, was das Lied im Innersten zusammenhält, des Pudels Kern, des Hollys Brill. Kurz: Wie man das Lied ein besseres Lied macht. Das kann man nicht erklären, weshalb der Chronist jetzt auch die Hände hebt und mit der Nase weiterschreibt:
w3hzloüäöujtr55rrsy
Das tut weh an der Nase. Gehärtetes Plaste – die Tastatur. Schreib ich lieber wieder mit den Fingern. Aber, wenn ich mir das so ansehe, was mir da mit der Nase gelungen ist ... Ist das vielleicht die gesuchte Formel? Na klar! w3hzloüäöujtr55rrsy ist das Geheimnis dieser neuen Band, dieses neuen Klanges. Na, das haben wir aber jetzt durch Zufall rausgekriegt, was?
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Grobkörniges Foto mit Schwarz-Weiß-Film fotografiert und dann auf alt gemacht entwickeln lassen. |
Ein neues Gesicht kreuzt Unescos, Torros und Toschens Weg. Das Gesicht ist ein Er und anerbietet seine Dienste als fehlendes Puzzle-Teil. Ein lustiges Instrument hat der Neue auch dabei: Ein Saxophon. Niemand darf es Tröte nennen. Unesco nennt es Goldener Geruchsverschluß. Warum, weiß ich auch nicht.
Und wie heißt das neue Gesicht, das da so lang kam? Migosch. Ja, ich will es Migosch nennen. Die Namen sind hier sowieso alle gnadenlos gefälscht (Der gibt es ja sogar zu – unerhört – Anm. d. Hrsg.) Migosch kann viel. Zum Beispiel das: Man singt, brummt oder hustet ihm einen Melodiefetzen vor, Migosch spielt gleich das ganze Lied. Aus dem FF. Ehrlich. Noch nie erlebt sowas.
Goldene Zeiten brechen an. Song um Song wird fertig, ja ein ganzes Programm wird zusammengestellt.
Dann der erste Auftritt draußen bei Gyros in Schmanschnow. Auf dieser Party. Ihr wißt schon. Tut doch nicht so! Na also!
Lampenfieber macht sich breit. Erst sieht es gar nicht so aus, als wenn die Band, die sich inzwischen SNOB IN A CAB nennt, überhaupt spielen wird. Unesco, der Depp, hat nämlich seine Baßgitarre zu Hause vergessen. Die ebenfalls anwesende Band DECEMBRANCE will aushelfen, aber im Gegensatz zu Unesco ist deren Bassist Linkshänder. Und mühsam den Baß umspannen – ne, sorry, nicht mit uns.
Michiganstate, der Fahrer des Postautos, hilft. Er fährt den weiten Weg nach Hause, holt den Baß, und rettet damit das Konzert. Danke, lieber Michiganstate! Ohne dich wäre der Text an dieser Stelle zuende.
Nun geht es Schlag auf Schlag. Gigs, Gigs, Gigs. Dazwischen Proben, Proben, Proben. Dazwischen Pausen, Pausen, Pausen. Dazwischen Gespräche, Schweigen, Büchsengeknirsche.
Die Musik ist eine Mischung aus Weltraumreggae. Eine diatonische Fangschaltung. Ja, SNOB IN A CAB sind Jazzastronauten.
Aber trotz Enthusiasmus kann sich SNOB IN A CAB nicht ins neue Jahrtausend retten. Der Wissensdurst des Saxophonisten Migosch besiegelt das. Er nimmt ein Studium in einer ganz anderen Stadt auf. Mit seinem Fortzug setzt er einen Haken hinter die Worte »aus Band aussteigen« im Großen Notizbuch der Geschichte. Mit seinem Umzugswagen zieht er quasi den Stöpsel aus SNOB IN A CAB. Plopp! Schluuuurp! Der Geist des Plimb verschwindet im Großen Geruchsverschluß des Ungewissen.
Die nachdenklichen Worte am Schluß sollten in uns Betroffenheit und Trauer wecken. Aber iwo! Kopf hoch! Jetzt wird gefeiert! Wir möchten als Inhaber sämtlicher Rechte, vor allem aber als Idealisten kurz auf die Kaufbarkeit der oben erwähnten, hellgelb angemalten CD aufmerksam machen. Sie kostet, bis der Euro kommt, nur 20 DM, plus Porto, Versand und Spesen. Danach kostet sie 20 Euro. Alle weiteren Währungsunionen machen wir dann aber nicht mehr mit. Höchstens Schekel. Oder Drachmen. Naja, vielleicht noch Taler. Aber zurück zum Kauf der CD. Warum ist das nur so teuer? Wir wissen es nicht! Wir sind die erfolgloseste Firma seit wir denken können.
Bestellungen bitte hier einwerfen
Danke. Tschüß.
Ich glaube, ich habe das, wonach Sie suchen. Mein Bruder sagte einmal zu mir: »Durch dich hab ich den Mond gesehen. Hier nimm dieses Tonband. Das hab ich aufgenommen, als ich von dort zurückkam. Es ist genau das, was du da oben fühlst. Hör es dir an und du wirst nie mehr zweifeln, oben gewesen zu sein.«
Und er gab mir das Band und lachte. Sie wissen wie er lachen konnte. Und plötzlich fühlte ich mich leicht – als könnte ich meterhoch springen. Lachend ging er fort.
Später legte ich das Band ein und schloß die Augen. Ich ließ mich treiben von diesem unverwechselbaren Ansatz. Und dann sah ich ihn mit all seinen Kratern und Gebirgen. In keinem Traum erschien er mir so deutlich. Ich fühlte mich dort – so wahr ich hier sitze.
Wissen Sie, wenn mir Ihre Geschichte auch sehr an den Haaren herbeigezogen anmutet und mir ein anständiger Science-Fiction lieber gewesen wäre, so habe ich doch eines herauslesen können: Das Dort-oben-gewesen-sei-Gefühl nannte ich bisher »Moonlet«, doch es ist der Geist. Das weiß ich jetzt.
Es ist der Geist des Plimb.
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Chronist: 2409
Stellungnahme von 2409 zu Vorwürfen, alles hier Erzählte wäre von vorn bis hinten erlogen, erstunken und am Ende gar nicht wahr:
»Die hier aufgeführten Bands und Leute gab es auf keinen Fall ist alles ausgedacht!«
(Anm. d. Hrsg.: Typisch! Hat der das Komma vergessen! Muß man dann wohl selber setzen…)
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Herausgeber: Der G.R.M.B.L. Verlag, Abteilung für unwichtige Bücher.
Der G.R.M.B.L. Verlag gehört den G.R.M.B.L. Studios, die ein Teil der G.R.M.B.L. Productions sind und allesamt zum G.R.M.B.L. Kuchen und Getränke Vertriebs Syndikat (KGVS) gehören.
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